Blog · 30. September 2026 · Till Jakob

Pageta ist quelloffen. Deine Liste bleibt deine.

Der Code von Pageta liegt offen, unter AGPL-3.0. Am Lesen ändert sich nichts — aber du kannst jetzt nachprüfen, was die App tut.

Ab heute kann jede:r den Code von Pageta lesen. Er liegt unter git.mana.how/offen/pageta, unter der Lizenz AGPL-3.0-or-later, mit der ganzen Git-Geschichte — so, wie er tatsächlich läuft, kein zurechtgeschnittener Auszug. Er liegt auf eigener Hardware des Vereins, nicht bei einer Plattform.

Was sich für dich ändert

Am Lesen nichts. Du speicherst Links wie bisher, liest sie ohne Pop-ups, markierst in vier Farben, schreibst Notizen, vergibst Tags.

Zwei Dinge ändern sich trotzdem.

Du kannst nachprüfen, was die App tut. Pageta sagt: kein Algorithmus, keine Werbung, kein Tracking. Deine Liste liegt auf deinem Gerät und wird verschlüsselt zwischen deinen Geräten abgeglichen. Bisher musstest du uns das glauben. Jetzt kannst du es im Code nachlesen — oder jemanden fragen, der das kann.

Deine Liste kann dir niemand mehr wegnehmen. Das hat zwei Teile. Seit heute lädst du in den Einstellungen die ganze Liste per Knopf herunter: als JSON mit Text, Tags, Notizen und Markierungen, oder als schlichte Adressliste, die andere Lese-Dienste einlesen. Ohne Anfrage, ohne Wartezeit. Das sichert deine Daten.

Der offene Code sichert das Werkzeug. Die Lizenz lässt sich nicht zurücknehmen — nicht von uns, nicht von jemandem, der später die Rechte hält. Auch wenn es Pageta als Dienst eines Tages nicht mehr gäbe, bliebe der Code frei, und andere könnten damit weitermachen.

Warum das wichtig ist: Pocket

Viele, die Pageta nutzen, kommen von Pocket. Mozilla hat den Dienst am 8. Juli 2025 abgeschaltet. Exportieren ging bis zum 12. November 2025, danach wurden die Kontodaten gelöscht. Mit dem Dienst verschwand auch die Software: Sie gehörte einem Unternehmen, und niemand sonst hatte sie.

Pageta soll an dieser Stelle nicht angreifbar sein. Deshalb gehört beides dazu: der Knopf für deine Daten und der offene Code für das Werkzeug.

Die AGPL regelt noch etwas: Wer Pageta verändert und selbst als Dienst anbietet, muss seine Änderungen ebenfalls offenlegen. Aus Pageta lässt sich also kein geschlossenes Produkt machen.

Offene Punkte

  • Selbst betreiben ist noch schwer. Pageta braucht heute die mana-Plattform für Anmeldung und Synchronisation, dazu rund zwanzig Pakete aus einem Paketserver, der noch nicht öffentlich ist. Lesen und prüfen kannst du den Code ab heute. Ohne Weiteres selbst bauen noch nicht.
  • Auch die Apps sind offen: iOS/macOS und Android, unter derselben Lizenz. Auch sie brauchen zum Bauen noch Bibliotheken des Vereins, die nicht offen sind.
  • Kein Support über das Repository. Fehlermeldungen sind willkommen, eine Antwort ist nicht zugesagt. Forks sind ausdrücklich erlaubt.

Pageta ist das erste quelloffene Produkt von mana, einem Schweizer Verein in Gründung. Warum wir so entschieden haben, steht ausführlicher im Blog des Vereins.